Korsika - Insel der Schönheit - Day 3 / 2024
07:30 Der Wecker klingelt. Nein er klingelt nicht, aber die Vögel zwitschern von den Bäumen mit einem ohrenbetäubenden Lärm. Also raus aus den Federn und ab auf die Piste. Aber erst mal der Reihe nach und dazu später mehr.
Es gibt kein Frühstück, keinen Kaffe, nichts. Genau so haben wir's auch erwartet von einem 1 Stern Campingplatz, wo sich die Präriehunde die Klinke in die Hand geben. Übrigens musste ich nachts um 02:00 ein Teil des zuviel getrunkenen Biers loswerden und startete das Event "Toilette". Zappenduster, unheimlich, nur irgendwelches Gehäule und Gezirpe. Nichts für schwache Nerven. Aber ich habs überlebt.
Um 08:30 geht es los. Offroad Piste retour in die Zivilisation, die wir nach 30 Minuten über die Sand- und Schotterpiste erreichen.
Nach ein paar Kurven machen wir halt beim Relais de la Fontaine. Kann ich nur empfehlen. Super Aussicht und ein petit dejeuner. mit Cappucchino und eine Bombenaussicht. Nach ¾ Stunden geht es dann weiter auf eine Landstrasse, die Schnurgerade ist und irgendwie frage ich mich, wie ich um himmelswillen so eine langeweilige Schnellstrasse ausgewählt habe. Aber irgendwas war dann noch mit "sehr schöne Strecke", die ich mir auf den Plan geschrieben habe. Und da kams mir wieder in den Sinn, dass die Schnellstrasse nur nötig war, um den richtigen Einstieg in das Tal zu finden. Und in der Tat, es war eine sensationelles und eindrückliches Tal, das auf dem Col de San Colombano auf exakt 692 Metern endete.
In Muro habe ich dann mit einem verkehrsberuhigenden französischen Bumper sehr harten Kontakt, wobei die Karre ganz eintaucht und förmlich über die Erhebung fliegt. Der Carbon Selfiestick ist zerbrochen und die Action Cam hat sich dann in hohem Bogen samt Stick verabschiedet. Natürlich habe ich das nicht bemerkt und warte dann irgendwann auf Marc, der lange nicht kommt. Der Schreck ist gross, wo ist die Kamera. Als Marc kommt, hat er die Kamera dabei, die auf der Strasse rumgelegen ist. Glück gehabt. Der Objektivschutz und der zweite Teil des Selfiesticks ist Schrott, aber die Kamera funktioniert auch so und hat selber keinen Schaden genommen.
Zurück zur Triumph Motorrad Fraktion, die sich mit einem fast leer gefahrenen Tank meldete. Also weg von der Route und Tankstelle suchen. Das hatten wir doch schon einmal und nun schon wieder. Aber egal, wir finden eine Tanke und füllen unsere Fässer mit Benzin.
Der Hunger meldet sich. Und so finden wir einen Supermarkt, wo wir uns mit Mittagessen eindecken. Denn Futtern am Strand ist angesagt und so finden wir in Algajola eine Palette, die uns als Tisch dient. Aber egal, hauptsache Strand.
In Calvi checken wir auf dem Campingplatz Paduella ein. Der letzte Camping hatte 1 Stern und dieser nun 3 Sterne. Eine 300%-ige Steigerung also. Wir schmeissen unser Gepäck auf den Platz und machen uns auf die Route de la Morini. Ich glaub, die hiess anders, aber er hatte auf seinem Über-Garmin eine Runde ausgemacht, die es in sich hatte. Eine Rumpelpiste am Meer entlang vom feinsten. Ich denke, wir überprüfen nach unserer Heimkehr beim Zahnarzt unsere Plomben, ob die noch alle sitzen. Aber zurück zur kleinen Feierabendrunde. Vor uns plötzlich Stau. Irgend so ein Oldtimer Korso, der sich auf den Pisten versucht, obschon diese kaum mehr als 3m breit ist. Lustig, dass hier noch Wohnmobile fahren. Yeah, super, Kriechgang ! Irgendwie schaut das nicht als entspanntes Cruisen an. Aber egal, uns gefällts und der grasgrüne Frosch am Strassenrand ist übrigens unser Drohnenpilot Marc, der uns beim Hin- und Herfahren filmt. In Calvi angekommen gibts das erste Feierabendbier. Und irgenwie erstaunt es uns nicht, dass die Parkbussenpolizei mit etlichen Barbesuchern um die Wette streitet, wer wieso ein Strafticket bezahlen muss. Ganz grosses Kino.
Wieder am Campingplatz angekommen, bauen wir unsere Zelte auf, duschen und machen uns dann auf in die Stadt. Was jetzt kommt, kommt immer: Gut Essen, gut Trinken, viel diskutieren und Blog schreiben. Alles ist gut.
Spicki

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