Korsika - Insel der Schönheit - Day 4 / 2024
07:30 Schon wieder Vögel, die uns wecken. Dieses mal muss es ein grosses fettes Exemplar sein. Das Teil plärrt vom Baum, als gäbs kein morgen mehr. Und da ist noch diese Mückengeschichte, die mich als Hauptgang verspeist haben. Aber dazu später mehr und erst mal der Reihe nach.
Um 08:30 schlendern erst mal zur Reception, denn wir waren clever und haben am Vorabend Croissants bestellt. Nun kommt meine 12 Volt Kaffeemaschine ins Spiel. Eingesteckt an der 12 Volt Steckdose am Motorrad brühe ich 4 Espresso für 4 müde Knochen.
Und dann geht es los. Kaum 10 Minuten gefahren, halten wir in einer Kurve bereits wieder an. Samba packt die Drohne aus und gibt uns Anweisungen, wie wir wo zu fahren haben. Wir cruisen hin und her mit etwa 40km/h. Das sieht dann im Film mit 2-facher Geschwindigkeit super aus, aber in Tat und Wahrheit ist es wie in Hollywood. Kein Star driftet mit 200km/h durch Tokio. Und wir schon gar nicht. Aber das ist ein anderes Blatt Papier.
Dann gehts weiter, Kurvenschwingen ohne ende. Der Col de Palmarella bietet spektakuläre Kurven mit Blick aufs Meer. Es kommt einem vor, als würde das gar nicht mehr aufhören.
Wir kommen in Porto an und wollten erst nur mal einen Kaffee trinken. Wir landen in einem Restaurant mit Blick aufs Meer und bald ist klar, wir essen hier Mittag. Sowas kann man sich ja nicht entgehen lassen. Es ist Nebensaison und das Städtchen ist jetzt schon rappelvoll. Wie das wohl in der Hauptsaison sein wird ? Auf dem Motorradparkplatz stehen in der Zwischenzeit um die 100 Motorräder und kein Ende abzusehen.
Nun noch zur Mückengeschichte. In der letzten Nacht haben mich die Mücken ja förmlich aufgefressen. Ich erzähl also Samba von meinem Wunderding, das man am Handy einstecken kann, heiss wird und dann hält man es auf den Mückenstich, um ihn zu neutralisieren, wegbeamen oder was auch immer. Und Samba als Oberbastler muss das natürlich ganz genau wissen und spielt am Handy damit rum und meint: Auf deinem Kopf ist doch auch noch ein Plagegeist. Ja klar, das Ding hat mich ja den halben morgen schon verrückt gemacht durch die juckerei. Also heizt er das Teil aufs maximum auf und drückt damit auf meinen Kopf, sodass mir fast anders wird. Aber das gute daran, ich kann jetzt wieder fahren ohne dass mich das Ding nervt. Immerhin, das Gadget funktioniert und alles ist gut.
Wir fahren weiter durch die Gorges de Spelunca Schlucht, wo uns am Wegesrande ein Schild begrüsst, dass hier Reisecars nicht durchfahren können. Und das ist gut so. Denn der Streckenabschnitt ist gespickt mit tief in die Strasse hereinragenden Felsen und auf der Strasse liegt der eine oder andere Gesteinsbrocken rum, der uns bedroht. Wir sind auf dem Weg zum Calanche di Piana Pass Pass. Die Felsen erleuchten in rötlicher Farbe und heissen Punto Rosso. Sowas hab ich echt noch nie gesehen. Wir sind alle begeistert.
Marc macht eine Offroad Passage aus, wo die Drohne wieder zum Einsatz kommt. Seine Regieanweisungen sind eigentlich klar, aber leider nicht glasklar. Und so kommts wie's immer kommt: Chaos Pur. Fahrt doch so, wie fahren so. Fahrt dann retour, wie kommen über die Hauptstrasse zurück. Marc's Gesichtsfarbe ist inzwischen so komisch rötlich angelaufen wie die der Punto Rosso. Kann ich verstehen, aber ich ziehe mich aus der Verantwortung, da ich ja nicht vorne weg gefahren bin. Das war der andere Drohnenpilot. Aber Spass macht Offroad ohnehin immer und immer wieder und mich wunderts, dass noch keiner seine Karre in den Dreck geschmissen hat.
Wir kommen nach Piana, dem schönstes Städtchen Korsikas und ich kann sagen, dass ich nichts sagen kann, weil wir blind wie die Hühner einfach durchfahren. Also entweder hatte Samba Scheuklappen auf den Augen oder ich war zu blöd, ein Schild zu lesen. Aber egal. Schön war's allemal.
Wir machen den Camping le Sagone aus und erleben eine Steigerung auf 4 Sterne, Pool, Babecue Zone, Bar, Pizzeria, also alles vorhanden. Aber erst mal in den Pool. Morini organisiert Apéro im nahegelegenen Supermarkt. Nun haben wir genug Bier, Chips, Oliven und Bier, um über die Runden zu kommen. Wir schwelgen über den Tag, was wir alles erlebt haben, und wir kommen zum Schluss: Alles ist gut.
Spicki

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